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Freitag, 1. Juni 2012

Wer ist schon perfekt?

Heute war ein (fast) perfekter Tag. Wir hatten schulfrei und ich bin mit zwei Freundinnen ins Kino gegangen, wo wir "Der Diktator" gesehen haben. Es war eigentlich auch perfektes Kino-Wetter, etwas frischer, windig und es hatte zuvor geregnet. Der Film ist extrem lustig, ich kann ihn nur weiterempfehlen. Allerdings würde ich nicht gerne neben meinem Lehrer im Film sitzen, da manchmal etwas... äh... peinlich Szenen vorkommen - ich glaub' ihr wisst, was ich meine. Aber na gut, zurück zu meinem Tag. Nach dem Kino bin ich nach Hause gegangen und hatte ungefähr anderthalb Stunden Zeit, bis ich los zu Kieser musste, weil ich heute ein Kontrolltraining hatte. Das bedeutet, dass sich einer der Angestellten dort ansieht, wie ich an den Geräten trainiere . 
Sonst darf man nämlich immer kommen, wann immer Kieser Training geöffnet hat und selbstständig die Übungen ausführen. Ich freue mich eigentlich nie auf diese Kontrolltrainings, weil man genau beobachtet wird, außerdem war ich etwas müde. Doch ich bekam einen netten Trainer und er lobte mich ausschließlich und sagte, ich mache das "wunderbar". Außerdem hatte ich auch selbst das Gefühl, dass ich alle Übungen heute besonders gut ausgeführt habe. Jedenfalls war alles total super und ich fühlte mich auch besser als zuvor und war gar nicht mehr müde. Und das Wetter war für Kieser auch perfekt, da es bei der Hitze in den letzten Wochen nicht mal eine Klimaanlage dort gab und das Trainieren bei 27°C nicht gerade angenehm ist.
Das "Sahnehäubchen" heute war noch, dass SIX am Zoo heute geöffnet hatte - und dann noch Sale war, bzw. fast alles nur 2€ gekostet hat. Aber dennoch bin ich bescheiden geblieben und habe nur 4€ ausgegeben. ;)

Und genau heute, an so einem schönen Tag, ist mir etwas ganz Wichtiges klar geworden: Wir machen uns immer so viele Sorgen in unserem Leben: Wie wir auf andere wirken, ob wir anderen gefallen, ob das Lachen und Kichern, das wir hinter uns hören, zu irgendwelchen Lästermäulern gehört, die sich über uns auslassen, ob unsere Frisur stimmt oder jemand irgendwelche diverse Unreinheiten auf unserem Gesicht bemerkt, ob wir trotz einer schlechten Arbeit unsere Note halten können... bei mir kommt noch dazu: Wie lange ich das Korsett noch tragen muss.

Doch wichtig ist, dass wir uns selbst dabei nicht verlieren
Uns nicht verbiegen, wenn jemand uns versucht vorzuschreiben, wie wir zu sein haben. Uns anders anziehen, weil es gerade im Trend ist, obwohl uns andere Sachen viel besser gefallen. Versuchen, eine andere Person zu sein. Meine Familie liebt mich, wie ich bin, und meine Freunde sind mit mir befreundet, weil sie mich so mögen, wie ich bin. Und ich will mich auch nicht ändern. Denn jeder hat seine positiven und negativen Seiten, ich auch. Nur der Unterschied zwischen Menschen ist, dass einige uns ihre negativen Seiten eher zeigen und dabei oft die positiven aus dem Gesamteindruck verschwinden. Dann gibt es noch Leute, die erst total nett scheinen, doch hinter deren Fassade sich die ganzen Makel, Schwächen und unangenehmen Seiten verbergen, die man allerdings erst später bemerkt. Beide Arten von Leuten habe ich schon kennengelernt. 
Keiner ist perfekt. Wir werden immer Probleme, Makel, andere Meinungen und Interessen haben als andere. Wir sollten einfach dazu stehen. 
Denn keine echten Freunde zu haben, Anziehsachen zu tragen, die wir nicht mögen, zum Schein anders zu sein - das alles zerstört uns,  bis man schließlich depressiv in seinem Bett liegt und am liebsten nie wieder aufstehen würde. 

Ich stehe zu mir, meiner Skoliose, meinem Korsett und meinem Charakter. 
Wer mich nicht so akzeptiert wie ich bin, der tut's halt nicht. 
Aber das ist dann sein Problem - nicht meins.


Kommentare:

  1. WooW! Echt beeindruckend! Du glaubst nicht wie sehr du anderen Leuten mit diesem Post hilfst! :D

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  2. Danke Michelle! Es bedeutet mir echt viel, wenn mir so was gesagt wird von Leuten :D

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