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Sonntag, 29. September 2013

Countdowns, Youtube-Channel & Skoliosetreffen



Hallo ihr Lieben,

ich habe euch wiedermal einiges zu erzählen: Am 19. August, also vor ungefähr einem Monat, hatte ich meinen Kontrolltermin im Helios, und es gibt gute Neuigkeiten: Ich darf voraussichtlich nächstes Jahr um diese Zeit mein Korsett abtrainieren, das bedeutet: Ich bin an meinem 17. Geburtstag wahrscheinlich        K O R S E T T F R E I  :D

Und jaaa, wie ihr schon bei der Überschrift lesen konntet: Nati und ich sind zurück auf Youtube! Wir hatten bereits letzten Winter schon ein Video hochgeladen, allerdings mit sehr schlechter Videoqualität und leisem Ton. Für alle, die noch nicht Bescheid wissen: Nati und ich machen zusammen einen Youtube-Channel, auf dem wir über unser Leben mit Skoliose und Korsett berichten. Weitere Videos sind schon in Planung, wir haben sehr viele kreative Ideen und werden auch noch eine Abstimmung machen, wofür ihr euch so interessiert. Ihr könnt uns auch gerne Vorschläge hier machen oder unser Video auf Youtube kommentieren. Wenn es euch gefällt, dürft ihr uns das gerne mit einem Daumen hoch wissen lassen! Hier kommt ihr zu unserem Video: klick!


Isabelle & die KorsiSisters in Berlin
Letzte Woche Donnerstag war außerdem wieder ein SKOLITREFF angesagt! Diesmal hatten Nati und ich das Vergnügen, Isabelle aus Paderborn kennenzulernen, die für ein paar Tage auf Klassenfahrt nach Berlin kam. Wir trafen uns am Hauptbahnhof, wo wir bei Dunkin Donuts schlemmten, auf der Wiese an der Spree herumalberten und im Hintergrund eines ausländisches Nachrich-tensenders der Sprecherin die Show stahlen. Außerdem besichtigten wir Isabelles Zimmer im Jugendhostel und konnten dort noch ein paar Bilder mit Korsett schießen. Apropos, werft doch mal einen Blick auf die Seite von Skolifit, Isabelle hat dort bei einem Fotoshooting mitgemacht, das Jugendliche in ihren Korsetts zeigt. Ich finde die Idee richtig cool, es lohnt sich auf jeden Fall mal vorbeizuschauen.

Weil Isabelle schließlich mit ihrer Klasse ins Theater gehen sollte, verbrachten Nati und ich noch einen schönen Rest-Nachmittag zusammen. Unter anderem vereinbarten wir unseren gemeinsamen Termin für den 24.Oktober bei cctec, speziell Herrn Nahr. Wir hoffen natürlich, dass es wieder so amüsant wird wie unser Termin im Januar! Bei mir zu Hause machten wir ein Brainstorming für kommende Youtube-Videos (die Vorschläge werden wir bald in unserer Skoliose-Gruppe auf Facebook veröffentlichen, also haltet die Augen offen) und bereiteten uns noch eine sehr gesunde, "rückengerechte" Mahlzeit zu. :D Was genau, könnt ihr auf unserer neuen Instagram-Seite sehen: http://instagram.com/korsisisters


Wenn DU auch Skoliose hast, höchstens 18 Jahre alt bist, vielleicht ein Korsett trägst oder deswegen operiert wurdest und Zeit und Lust hast auf ein Treffen in Berlin, kannst du uns gerne kontaktieren! Schreib uns einfach unter korsisis@web.de oder kommentier diesen Post.

Wir freuen uns auf euch!
Eure KorsiSisters



Nati, Isabelle und Hannah




Montag, 5. August 2013

Sommer, Sonne, Skolitreffs!


Ratsch, Ratsch, Klapper, Knall: Diese Geräusche verursachten zahlreiche Korsetts, als sie aufgrund der zurzeit unerträglichen Hitze in Deutschland in der hintersten Zimmerecke ihrer Besitzer landeten. Sommer ist die schlimmste Jahreszeit für alle fleißigen Korsett-Träger: Nur mit Mühe, Not, einem gut funktionierendem Ventilator und vielen Korsett-Unterhemden kommt man gerade so über die Runden. Aber - gebt es zu - auf die Tragezeit zu kommen, ist bei diesem Wetter schier unmöglich. Wem es anders ergeht - ihr habt meinen vollen Respekt! 
Der Großteil wird leider nicht solch ein Durchhaltevermögen haben, dazu zähle leider auch ich, denn ich trage es momentan so gut wie gar nicht am Tag, wenn dann nur abends ein paar Stunden und nachts. Aber, zu meiner Verteidigung: Ich mache neuerdings jeden Tag mindestens zehn Minuten lang meine Übungen (dank Sobi), und außer im Sommer bin ich auch echt konsequent im Tragen. Aber es ist einfach zu verlockend, das wärmespeichernde Plastikding mal wegzulegen und sich einen Tag "normal" zu fühlen, figurbetontere bzw. korsettUNgeeignete Kleidung anzuziehen und sich nicht dauernd Gedanken darüber machen zu müssen, ob man es sieht, oder jede Stunde das Korsettunterhemd zu wechseln, weil man es schon an seiner Haut kleben spürt. 

Berlin, 33°C: Das Korsett liegt zu Hause...
Einen "freien" Tag gönnten sich auch vier Korsettträgerinnen vorletztes Wochenende. Darunter ich (ja ja, der Esel nennt sich zuerst), Natalia und zwei Freundinnen aus der Skoliose-Gruppe: Lisa aus Fulda und Marah aus Stuttgart. Ja, richtig geraten: Es war wieder SKOLITREFF-Time! Die beiden blieben für ein Wochenende bei Nati, und wir verbrachten zu viert einen schönen Tag in Berlin, an dem meine KorsiSis und ich den beiden sehenswerte Ecken in der Hauptstadt zeigten - dazu gehörte natürlich auch etwas Sightseeing. Abends gingen wir im See von Natis Dorf schwimmen, denn Abkühlung war trotz Nicht-Korsettragen dringend nötig! Danach machten wir uns einen schönen Filmabend mit selbstgekochtem Essen (Gemüsepfanne, da Marah & Lisa Vegetarier sind - aber man muss sagen, es war echt lecker!). Die Nacht mit Korsett überstanden wir auch, da es eine Klimaanlage auf dem Dachboden von Natis Haus gibt, die uns die Sache erleichterte. Leider erfuhren die drei das erst an diesem Abend, die Nacht davor war wohl nicht so angenehm gewesen und ihre Korsetts hatten der Reihe nach die oben genannten Geräusche verursacht.

Es war echt ein sehr schönes Wochenende mit euch! Ich finde es immer total interessant, neue Leute kennenzulernen, vor allem, wenn es ihnen genau so geht wie einem selbst und man sich einfach mal über Skoliose, Korsett usw. austauschen kann. Nati und ich freuen uns immer wieder, wenn jemand Lust hat, sich mit uns zu treffen. Also hab keine Scheu, dich bei uns zu melden, wenn du mal die coolen KorsiSisters kennenlernen oder einfach mal alles bequatschen willst, was dir zu dem Thema auf dem Herzen liegt! 


... dafür haben wir es später für zehn Minuten wieder an


Heute war der erste Schultag in Berlin, und ich habe mir wiedermal einen korsettfreien Tag gegönnt, da wir nur wenige Stunden hatten und viel Umarmen angesagt war. :D Die nächsten Tage werde ich es aber wieder anziehen, so gut es geht, und habe noch ein paar exklusive Sommer-mit-Korsett-SOS-Tipps für euch:


☼ Immer ein Wechsel-Unterhemd einpacken! Wenn ihr euer Korsi an warmen Tagen in der Schule, bei Treffen mit Freunden usw. anhabt, dann ist es kein schönes Gefühl, wenn das Unterhemd klitschnass an euch klebt. Vor allem, wenn ihr das Korsett zwischendurch aufmacht und "lüftet", denn dann bekommt man es besonders zu spüren. In speziellen Korsett-Unterhemden aus Baumwolle schwitzt man außerdem nicht so schnell und es wiegt natürlich auch so gut wie nichts, also steckt ein "trockenes" in eine Plastiktüte, so dass ihr bei Bedarf schnell mal auf Klo verschwinden und es wechseln könnt.

☼ Auch, wenn Abkühlung zwischendurch wichtig ist, wie ein Eis essen oder schwimmen gehen: Statt zur verführerisch kalten Cola solltet ihr lieber zu einem warmen Getränk wie Tee greifen. Denn wenn ihr etwas Kaltes bei Hitze trinkt, produziert euer Körper zusätzliche Wärme, bei zu heißen Getränken versucht der Körper sich durch Schwitzen abzukühlen.

☼ Alle Sportmuffel werden sich jetzt freuen: Ihr solltet euch möglichst wenig bewegen. Damit ist nicht die Strecke von eurem Zimmer bis zur Küche gemeint, sondern dass ihr euch generell etwas schont, wenn es warm draußen ist und ihr mit dem Korsett unterwegs seid. Gönnt euch auch mal die Rolltreppe und verzichtet auf den 50m-Sprint, den euch eure Sportsfreunde vorschlagen. ;)

☼ Haltet euch am besten hauptsächlich drinnen, also zu Hause oder in angenehm kühlen Räumen auf. Für große Aktionen bei Hitze, die draußen stattfinden, ist selbstverständlich erlaubt, das Korsett mal abzulegen. Denn ihr sollt den Sommer schließlich auch in vollen Zügen genießen können!





Ihr seht: Mit kleinen Tricks im Alltag wird das Korsett-Tragen im Sommer etwas erträglicher. Ich hoffe, ich konnte etwas euch helfen und ihr seid nun für kommende heiße Tage besser gewappnet.

Sonnige Grüße aus Berlin!

Eure Hannah








Freitag, 5. Juli 2013

SOBI 2013 - Eine unvergessliche Kur


Hallo ihr Lieben,


nach einer langen Blogging-Pause kommt jetzt endlich ein ausführlicher Bericht über meine vierwöchige Kur in Bad Sobernheim, auch Sobi genannt. Ich war dort vom 05.06. bis zum 03.07. und habe sehr viel erlebt, durfte tolle Leute kennenlernen, mit denen ich viel unternommen habe und die mir unglaublich ans Herz gewachsen sind. Mit ihnen habe ich die 6-stündige Therapiezeit jeden Tag, die freien Wochenenden und das Heimweh überstanden, das mich natürlich auch mal geplagt hat, denn ich war noch nie so lange allein von zu Hause weg. Es waren vier unvergessliche Wochen, und ich bereue nicht, dort hingefahren zu sein, auch wenn anfangs nicht alles ganz nach Plan gelaufen ist.
Um euch einen genaueren Einblick in meine Erlebnisse dort zu geben, fange ich mal ganz von vorne an...

Die Vorgeschichte
Ursprünglich wollten Natalia, meine KorsiSis, und ich zusammen auf Kur nach Sobi fahren. Allerdings teilte der Rententräger uns auf Nachfrage hin am Telefon mit, dass sie nicht mehr mit Bad Sobernheim kooperieren würden, also musste es wohl nach Bad Salzungen gehen, wo sich eine Tochterklinik von Sobi befindet, die sogar näher an Berlin liegt. Nachdem ich meinen Antrag verschickt hatte, bekam ich Post zurück, die allerdings Papiere zum Ausfüllen für Bad Elster enthielt, also eine ganz andere Klinik. Dort soll es auch sehr schön sein, aber laut einiger Erfahrungsberichte ist die Kur dort nicht so effektiv wie in den anderen beiden, welche sich ausschließlich auf Skoliose spezialisieren. Wir schickten also einen Umstellungsantrag zurück, in dem wir der Zuteilung widersprachen und eine Kur in Bad Salzungen beantragten. Kurze Zeit später bekam ich die Antwort und siehe da: Mir wurde mir mitgeteilt, dass ein anderer Kurort für mich herausgesucht worden wäre - Bad Sobernheim! Also: Immer nachhaken, es lohnt sich! Ich war überglücklich, doch stellte sich bald heraus, dass Natalia an dem Tag meiner geplanten Anreise Sobi bereits wieder verlassen sollte, wir verpassten uns demnach haarscharf. Das war zwar sehr ärgerlich, aber meine Kur zu verlegen ergab wenig Sinn, da in den Wochen davor noch eine Menge in der Schule anstand, also beließen wir es dabei.


Die Anreise
Aus familiären Gründen musste meine Oma am 03.06., also dem Montag vor der Kur, zufälligerweise nach Frankfurt, wo meine Cousine Flo und ihre Familie leben. Also blieb ich dort zwei Tage und am Mittwoch fuhr ich mit meiner Oma nach Bad Sobernheim. Es gab einige Komplikationen, denn wir verpassten unseren Zug, da uns das falsche Gleis gesagt worden war, und so dauerte unsere Fahrt dahin noch eine Stunde länger als geplant. Nati und ich schrieben viel und stellten uns vor, wie wir mit unseren Zügen aneinander vorbeifahren würden. Außerdem machte sie mir Mut und konnte mir viele Fragen beantworten, was mich etwas ruhiger stimmte. Als wir dann schließlich in der Regionalbahn nach Bad Sobernheim saßen und unserem Ziel immer näher kamen, wuchs meine Aufregung jedoch gleichzeitig immer mehr, und ständig kreisten Bedenken in meinem Kopf: Was ist, wenn ich keine Freunde finde? Und wenn es da doch nicht so toll ist, wie alle sagen? Werde ich viel Heimweh haben? Werden mich meine Freunde zu Hause vergessen, weil ich so lange weg bin? Und was ist, wenn mir die Kur am Ende gar nichts bringt? . . .

Am Bahnhof in Bad Sobernheim wartete bereits ein kleiner Kombi, der uns zur Klinik bringen sollte. Auf der Fahrt dahin wurde mir schnell klar, dass Bad Sobernheim ein ziemliches Kaff war und der nächste Supermarkt zu Fuß wohl eine halbe Stunde entfernt lag. Wir fuhren erst durchs Dorf und dann bergauf, die Straßenseiten gesäumt von Bäumen, und es ging über eine Brücke, unter der ein rauschender Fluss lag. Klingt ziemlich idyllisch, war es auch. Als es dann wieder "bergab" ging, bog der Fahrer nach links ein und im Tal (wenn man das so nennen kann) lag dann die Klinik, umgeben von grünen Hügeln. 
An der Rezeption wurden mir die Grundinformationen erklärt, und ich bekam noch einige Papiere und Dazugehöriges. Außerdem kauften wir schon mal Wlan (10 Stunden saftige 10 Euro), weil ich schon von anderen Leuten wusste, dass Bad Sobernheim ein Funkloch ist, da es in einem Naturschutzgebiet liegt.

Als ich mein Zimmer bezog, war noch niemand da. Es lag im ersten Obergeschoss und führte auf eine große Terrasse, die mehrere Zimmer des Stockwerks miteinander verband. Mein Handy zeigte im Zimmer kein Netz an, aber draußen hatte ich etwas Empfang. Daraufhin gingen meine Oma und ich noch kurz zum Mittagessen im Speisesaal, der schon ziemlich leer war, dann musste sie auch schon wieder los, damit sie ihren Zug nicht verpasste. Jetzt war ich auf mich allein gestellt. Ich packte schon mal etwas meine Koffer aus, und nach einiger Zeit durfte ich meine Zimmernachbarin Marike kennenlernen, mit der ich mich auf Anhieb gut verstand. Der restliche Tag bestand größtenteils aus Untersuchungen, beim Abendessen machte ich dann noch mit mehr netter Mädels Bekanntschaft, die am selben Tag wie ich angereist waren.


Meine Zeit in Sobi
Marikes und mein Zimmer wurde dann schließlich der Treffpunkt für unsere stets wachsende Truppe. Je mehr wir uns kennenlernten, desto lustiger war es und desto unzertrennlicher wurden wir. Fast alle stammten aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands und jeder hatte demnach seine eigenen Sprechgewohnheiten, welche auf uns andere auch etwas abfärbten. Meine Freundin Leia aus Baden-Württemberg brachte mir beispielsweise einige schwäbische Begriffe bei, die echt zum Totlachen sind. Unser aller Lieblingswort wurde "Lumbe Bubbelle", was jemanden bezeichnet, der etwas ungepflegt und gammelig herumläuft. Auf uns traf das ziemlich gut zu, da wir in der Klinik aufgrund der vielen Therapie meistens in Jogginghosen zu sehen waren und nie wirklich Lust zum Duschen hatten (gell, Alina?). :D
Ansonsten unternahmen wir immer viel, wenn wir gerade keine Therapiezeit hatten. In den ersten Tagen gingen wir abends meist im hauseigenen Hallenbad schwimmen und spielten mit den wenigen Jungs der Klinik Wasservolleyball, gingen Eis essen beim Italiener am Bahnhof oder bestellten uns Pizza, schwammen mit Luftmatratze und Wasserring auf dem Fluss, cruisten mit einem Einkaufswagen umher, wanderten beim Barfußpfad durch Matsch und Lehm, planschten im Freibad, machten die Kirmes im Dorf unsicher und veranstalteten rasante Übernachtungsaktionen. Am Wochenende fuhren wir nach Mainz, Frankfurt und Bad Kreuznach, schlenderten die Shoppingstraßen entlang und genossen gutes Netz und vollen Empfang. Abends saßen wir gerne zusammen auf der großen Terrasse, wo wir noch lange quatschten und lachten, bis dann schließlich um 21:30 Uhr die Durchsage kam, dass jetzt für alle unter 18-Jährigen Nachtruhe sei, was hieß: Die Rollos runterlassen, Korsetts anziehen und möglichst still sein. Manchmal kam auch nochmal die Nachtschwester vorbei, um nach dem Rechten zu sehen und der Nachtwächter machte auch ab und zu Terror, wenn zu laut gelacht wurde oder er mehrere Leute auf einem Zimmer vermutete, was strengstens verboten war. Die Abende im eigenen Zimmer verbrachten Marike und ich damit, ihren "Fresskorb" aufzubrauchen und Filme auf ihrem Laptop zu schauen.

Als dann das Ende der dritten Woche anbrach, gingen wir alle zusammen nochmal essen, um unsere Freunde, die schon die Woche abreisten, zu verabschieden. Zwischen uns hatte es zwar auch mal kleine Kriseleien gegeben, aber wir waren uns alle gegenseitig sehr ans Herz gewachsen und es flossen viele Tränen, denn die Abgereisten hinterließen eine große Lücke in unserer Gruppe. Ich bekam für die letzte Woche eine neue Zimmernachbarin, mit der ich mich auch gut verstand, aber Marike fehlte mir, sowie das Föhngeräusch, das bei uns Dauerhintergrundkulisse war. :D

Am letzten Wochenende kamen mich Flo, ihre Eltern und ihre kleine Schwester besuchen und wir machten uns einen schönen Tag. Mit ihnen kam wieder das gute Wetter, das in den letzten Tagen ausgeblieben war. Am Dienstagabend veranstalteten wir "Reste fressen" auf dem Balkon und feierten unsere Ergebnisse, die bei der Abschlussuntersuchung herausgekommen waren. Im Stehen war ich 1cm gewachsen, im Sitzen 1,6cm, mein Gewicht hatte ich gehalten (trotz der vielen Chips und Schokolade, ein paar Kilos mehr hätten mir Bohnenstange auch mal gutgetan). ;) Meine Skoliometerwerte, also die Rotation der verdrehten Wirbel, waren oben auf 5° gleichgeblieben, aber mein Hauptbogen hatte sich von 12° auf 8° verbessert, was mein Arzt sehr lobte.
Am Mittwochmorgen war es dann schließlich so weit: Es ging nach Hause. Die vier Wochen waren wie im Fluge vergangen und der Abschied fiel mir sehr schwer. Wir versprachen uns alle gegenseitig, dass wir uns wiedersehen würden, wenn es ginge, noch dieses Jahr. Das regnerische Wetter passte zu unserer Stimmung, Tränen flossen wie Wasserfälle und wir drückten uns alle nochmal ganz fest, bevor eine nach der anderen ins Auto zu ihrer Familie stieg und in ihre Heimat zurückfuhr. Mir stand eine 6 1/2 stündige Zugfahrt nach Berlin mit Umsteigen bevor, aber dennoch freute ich mich, wahrscheinlich wie jede von uns, schon auf zu Hause, das gute Essen von Mutti und das eigene Bett. :D 


Julia, Hannah (ich), Vivi, Leia, Alina und Sandrine (v.l.)


Jetzt bin ich seit zwei Tagen wieder im trauten Heim und sehne mich schon sehr nach meinen Mädels, höre immer wieder unser "Sobi-Lied" und denke an die schöne Zeit zurück. Echt krass, wie sehr man Leute vermissen kann, die man erst seit vier Wochen kennt...
Wenn man normalerweise in ein neues Umfeld kommt, gibt es erstmal viel zu erklären über die Skoliose und das Korsett und man sorgt sich darum, wie die Leute darauf reagieren. Doch dort war es einfach komplett anders: Du kommst dahin und wirst sofort so aufgenommen, wie du bist, steckst mehrere Wochen rund um die Uhr mit denselben Leuten unter einem Dach, denen es genau so geht wie dir und mit denen du "Skoliose-Insider" reißen und dich austauschen kannst. Du musst nicht stundenlang erzählen, warum du so ein seltsames Plastikding trägst oder schon als Jugendlicher Rückenprobleme hast. Ich hatte nirgendwo sonst das Gefühl, so sehr akzeptiert zu werden wie in Sobi, und bin einfach unglaublich froh, dass ich dort war!

Mir fällt gerade auf, dass ich genau heute vor zwei Jahren in das Krankenhaus zur Eingewöhnung an mein erstes Korsetts kam. Echt unglaublich, wenn man immer wieder merkt, wie schnell die Zeit vergeht!
Ach ja, und noch was: Natalia und ich haben es übrigens trotzdem geschafft, uns zusammen zu verewigen. Zwei Freundinnen wohnten nämlich in ihrem ehemaligen Zimmer, an dessen Pinnwand noch Natalias Name stand und wann sie da gewesen war. Ich ergänzte noch Einiges und fertig das Ganze. :D
Nati und ich wollen auf jeden Fall auch nochmal zusammen nach Sobi.
Drückt uns die Daumen, dass es dann nächstes Mal klappt!



Montag, 29. April 2013

Sonnenschein, Fotokabinen & genehmigte Kuren


Na, lockt euch die Frühlingssonne auch aus dem Haus? Da seid ihr nicht die Einzigen! Aber erstmal ein paar Neuigkeiten vorneweg: Am Freitag hatte ich nachmittags meinen Termin bei cctec, zur 2-monatigen Kontrolle meines neuen Korsetts. Es wurde Einiges geändert, ich werde auch noch ein paar Fotos reinstellen. Mein Korsettbauer, Herr Nahr (siehe Post) arbeitet jetzt nicht mehr im Helios Krankenhaus, sondern nur noch bei cctec, weshalb wir zu Korsettänderungen usw. jetzt immer dorthin fahren werden.
Zur Kur: Nach langem Hin- und Her werde ich diese jetzt doch in Bad Sobernheim, auch genannt "Sobi", verbringen, wo ich eigentlich ursprünglich mit Natalia, meiner Korsi-Sis, hinwollte. Laut vieler Erfahrungsberichte ist die Zeit dort unvergesslich schön. Mein Termin steht jetzt vom 05.06. bis zum 03.07 - vier Wochen. Natalia reist leider genau am gleichen Tag ab, an dem ich dort ankomme, also verpassen wir uns leider wirklich ziemlich knapp. Und wo wir gerade bei Nati sind...
                     
Gestern Abend war ich mit ihr und zwei von Natis Freundinnen im CinemaxX-Kino am Potsdamer Platz, wo wir den Film "Side Effects" gesehen haben. Für Leute, die gern spannende Filme bzw. Thriller/Krimis mit vielen Verwicklungen mögen, ist er genau richtig! Nati hat danach bei mir übernachtet, und heute früh ging es dann erneut ins CinemaxX, allerdings nicht um einen Film zu gucken, sondern zur Kirche. Wer wissen will, was es damit auf sich hat, kann sich diesen Post dazu durchlesen.
Nach dem Gottesdienst haben wir uns auf den Weg nach Kreuzberg gemacht. Als erstes sind wir zu einem alten Fotoautomaten gefahren, und trotz des kurzen Vorhangs der Fotokabine hat man sich schon ziemlich von den Leuten beobachtet gefühlt, die dort herumstanden, vor allem, als Nati und ich versucht haben, ein Bild hinzubekommen, auf dem man unsere "Korsis" sehen kann. Letztendlich ist es uns dann doch gelungen :D


bei Wonder Waffel
Danach ging's zu "Wonder Waffel", einem sehr empfehlenswerten Laden am Kotti, den auch regelmäßig Rapper wie Kool Savas besuchen. Dort erlebt man jedes Mal wieder einen Gaumenschmaus. ;) Nachdem wir unsere Waffeln verzehrt hatten, verewigten Nati und ich uns noch im Laden, indem wir an einem beliebigen Ort (außer den Möbeln) unterschreiben durften. Nach einigen Verrenkungen hatten wir es geschafft, unsere Botschaft an einem "besonderen" Ort zu hinterlassen, und der Typ an der Kasse fragte uns lachend: "Steht da wenigstens was Sinnvolles?" Tja, das dürft ihr selbst herausfinden, viel Spaß beim Suchen!
Nati und ich ließen unseren gemeinsamen Tag schließlich im Tiergarten ausklingen, wobei viele schöne Schnappschüsse entstanden. Ich hatte bereits davor mit einigen Freunden den Luftschacht entdeckt, der an einem Häuschen am Neuen See zu finden ist. Wenn man ein bisschen Geduld hat, kann man, sobald die U-Bahn unter einem vorbeirauscht, ein paar hübsche Bilder à la Marilyn machen. Leider war es noch zu kalt, um ein Kleid anzuziehen, deshalb musste es auch ohne gehen. Bei einem ziemlich starken Windstoß flog auf einmal mein T-Shirt hoch und entblößte mein Korsett. Als ich es bemerkte, entfuhr mir ein "Iiiih" - fragt mich nicht, warum :D Die Leute starrten ganz schön, aber es war wirklich wiedermal sehr lustig!


Bald ist unser einjähriges Jubiläum, das wir leider nicht zusammen verbringen können, da ich an dem Tag in Berlin bin und Nati in Sobi. Doch wie sagt man so schön: Keine Kilometerzahl kann uns trennen - denn wir sind KorsiSisters for Life and longer!